Geoleaks – Ist Geocaching jetzt (endlich) tot?!

Wie gestern durch Blog „hilfdirweiter.de“ bekannt gegeben, gibt (gab) es wohl eine Facebook-Gruppe „Geocaching Mystery Spoiler – Koords bitte !“, in der in großem Umfang (28.000 Caches lt. hilfdirweiter.de) mittels einer Website Koordinaten getauscht wurden. Dies umfasste nicht nur die Koordinaten von Mysteries, sondern auch Virtuals, Earth Caches sowie Multis.

 

Während ich das Tauschen von Mysteries ja noch nachvollziehen kann (Hand aufs Herz, wer hat noch nie Hilfe in Form eines sehr kräftigen Schubsers oder gar Koordinaten erhalten?), so erschließt mich der Sinn des Tauschens von Multi-Final-Koordinaten oder Earth Cache Informationen nicht. Für mich liegt der Sinn des Geoachings weiterhin im Naturerlebnis, welches mir insbesondere Multis und ECs ja vorzüglich bieten. Soweit aber nur meine Sicht und ich mag dort auch niemanden Bevormunden.

 

In Anbetracht der #Empörung, welche nun teilweise auf anderen Blogs und im Geoclub herrscht, möchte ich jedoch erneut auf einen meiner letzten Blogposts verweisen.

 

Gerade gestern hatte Patricia von derabrocker in ihrem Beitrag „Sind Spielregeln Auslegungssache?“ Geocaching mit anderen Sportarten verglichen um zu belegen, dass bestimmtes unfaires Handeln eben nicht tolerabel sei. Genau diese Überlegung ist meines Erachtens jedoch falsch: Während andere Spiele und Sportarten gemeinsam mit oder gegen andere gespielt werden, braucht Geocaching keinen signfikanten Anderen, außer den, der die Infrastruktur schafft (Owner). Letzterer ist jedoch nicht Mitspieler, sondern eher sowas wie ein Erzähler. Ihm wird kein Schaden zugefügt, seine Leistung nicht geschmälert. Es mag sein, dass sich die Koordinaten-Tauscher selbst um den Spaß des Rätsel-Lösens oder das Naturerlebnis bringen, finde aber nicht, dass dies ein ausreichender Grund ist deswegen Sturm zu laufen. Wenn wir davon ausgehen, dass die Cacher nicht noch mit den ganzen gelösten Mysteries angeben, so ist die schlimmste anzunehmende Konsequenz ein nicht lesenswerter Online-Log. Zumindest ich bin im Stande darüber hinweg zu lesen und miese Logs erhalte ich auch von Mysterie-Lösern und bei unserem Tradi.

 

Versteht mich nicht falsch, ich finde es bedauerlich, dass manche Menschen ihr Glück darin finden Koordinaten im großen Stil zu ertauschen. Allen, die sich darüber empören, möchte ich jedoch zurufen, dass es das nicht wert ist. Das Spiel geht davon nicht kaputt und ihr könnt es genauso genießen (oder nicht) wie vorher auch. Das Leben ist zu kurz um sich zu ärgern und genügend Zeit zum Cachen bleibt ohnehin nie.

 

Weitere Diskussionen zum Thema (etwas weiter gefasst und größtenteils konträr zu meiner Meinung) findet ihr unter:

 

5 Kommentare

  1. Markus Lindner

    Das sehe ich leider komplett anders! Es gibt zum einen Orte/Verstecke/Gegebenheiten die nur eine bestimmte Anzahl von Leuten „aushalten“. Sei es durch „Verschleiß“ oder auch nur die Wahrscheinlichkeit bei der Suche beobachtet zu werden (mit anschließendem Muggeln des Verstecks). Ein gut dosierter D-Wert ist außer ewig langen Multis (für die ja auch erstmal Platz/Zeit/Idee da sein muss) die einzige Möglichkeit den Durchlauf zu regulieren. Das zweite ist der Grund warum den ich zumindest für mich einen nicht unerheblichen Teil des Spaßes ausmacht: Das geheime am Cachen geht flöten! Ich finde GC auch deshalb spannend weil nur ich und ein paar Eingeweihte diejenigen sind die wissen wo etwas versteckt ist. Die Muggles nicht. Das macht Spaß 🙂 . Bei Mysteries wird das ganze halt noch ein wenig mehr auf die Spitze getrieben: „Die anderen“ sind solange Muggles bis sie das Rätsel gelöst haben. Mein eigenes kleines Geheimnis ist aber exakt NICHTS mehr Wert wenn ich weiß, dass es jeder im Netz einfach ohne Aufwand lesen könnte. Es wird mir also sehr wohl ein großer Teil des Spaßes geraubt, auch wenn auch nur indirekt.

    • Mtn

      Warum leider? Das ist ja dein gutes Recht und ich weiß, dass mein Beitrag nicht ganz der Mehrheitsmeinung entspricht im Moment. Aber Diskurs ist ja richtig und gut.

      Zu deinen Argumenten: Ich habe mal ein paar der Caches angeguckt, die da in der Liste sind und die ich auch kenne. Tatsächlich konnte ich bei keinem einen Anstieg in den letzten Tagen/Wochen erkennen. Wahrscheinlich sammeln viele Leute einfach nur die Koordinaten. Ich kann mir außerdem nicht vorstellen, dass jetzt viele einen Run starten und anfangen Mysteries einzusammeln (außer bei Runden eventuell). Insofern dürfte das ganze nicht zu mehr verbrannten Locations führen aus meiner Sicht.

      Dein zweites Argument kann ich nachvollziehen, weil ich selbst mit Caching vs. Muggel so empfinde (also den Reiz). Gegenüber Geocachern geht mir da nichts ab, aber das ist ja jedermanns gutes Recht das so zu empfinden wie er/sie mag 🙂

    • Jens

      Hallo Markus,

      das Geheime am Cachen ist schon lange flöten gegangen. Es gab Zeiten, da ist man mit dem Gerät durch die Wälder gestreift und niemand hat einen wahr genommen. Heute wird man schon von Weiten als Geocacher erkannt.

      Dennoch ist etwas Wahres dran.

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